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Wenn Stille bewegt…

Craniosacral Therapie zur Behandlung chronischer Nackenschmerzen: eine

randomisierte placebokontrollierte Studie (2016)

The Clinical Journal of Pain, 2016 May 32(5):441-9. doi: 10.1097/AJP.0000000000000290.

Craniosacral Therapie zur Behandlung chronischer Nackenschmerzen: eine randomisierte placebokontrollierte Studie (2016)

Haller H

1,

Lauche R, Cramer H, Rampp T, Saha FJ, Ostermann T, Dobos G

1

*Abteilung Naturheilkunde und Integrative Medizin, Kliniken Essen-Mitte, Mediz. Fakultät, Universität

Duisburg-Essen, Essen ‡ Abteilung Psychologie, Vorsitzende Forschungsmethodik und Statistik in

Psychologie, Universität Witten/Herdecke, Deutschland †Australian Research Centre in Complementary and

Integrative Medicine (ARCCIM), Faculty of Health, University of Technology Sydney (UTS), Sydney,

Australia.

Ziele:

Trotz wachsender Evidenz für die Wirksamkeit von Craniosacral Therapie (CST) zur Schmerzbehandlung bleibt die spezifische Wirksamkeit (efficacy) von CST unklar. Diese Studie hatte deshalb zum Ziel, bei chronischen unspezifischen Nackenschmerzpatienten CST zu vergleichen mit einer aktiven Aufmerksamkeits- und Zuwendungskontrolle (Placebo-Behandlung).

Material und Methode:

54 Patienten wurden verblindet entweder zu 8 CST-Sitzungen oder zu Scheinbehandlungen mit leichter Berührung zugeteilt. Die Sitzungen wurden im wöchentlichen Rhythmus durchgeführt. Resultate wurden beurteilt vor und nach der achtwöchigen Behandlung (T1) sowie drei Monate nach Ende der Intervention (Woche 20) (T2). Untersucht wurden die Schmerzintensität auf einer visuellen Analogskala in Woche 8, Bewegungsschmerz, Schmerzempfinden bei Druck, funktionelle Einschränkungen, körperliche und psychische Lebensqualität, Wohlbefinden, Ängstlichkeit, Depressivität, Stressempfinden, Schmerzakzeptanz, Körperachtsamkeit und allgemeiner Eindruck des Patienten in Bezug auf Verbesserung und Sicherheit.

Resultate:

Im Vergleich mit der Scheinbehandlung berichteten CST-Patienten statistisch signifikant und klinisch relevant weniger Schmerzintensität in Woche 8 (Gruppenunterschied -21 mm; 95% Konfidenzintervall: -32.6 zu -9.4; p=0.001; d=1.02) und in Woche 20 (Gruppenunterschied -16.8 mm; 95% Konfidenzintervall : -27.5 zu -6.1; p=0.003; d=0.88).

Nach Ende der Intervention (Woche 20) berichteten knapp 78% der Patienten minimale klinisch wichtige Unterschiede in Bezug auf Schmerzintensität, 48% hatten sogar substantiellen klinischen Nutzen. Signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen wurden in Woche 20 auch gefunden in Bezug auf Schmerz bei Bewegung, funktionelle Einschränkungen, körperliche Lebensqualität, Ängstlichkeit und globale Verbesserung. Beim Wohlbefinden, psychischer Lebensqualität, Stress und Schmerzakzeptanz zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Drucksensibilität und Körperachtsamkeit waren nur in Woche 8 signifikant besser. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet.

Diskussion:

CST zeigte sich als sehr effektiv und sicher für die Reduktion von chronischen Nackenschmerzen. Bis zu drei Monaten nach Interventionsende waren eine Verbesserung der funktionalen Einschränkungen und der Lebensqualität nachweisbar.

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Kompression des vierten Ventrikels mit einer craniosacral osteopathischen Technik: Eine systematische Review der klinischen Evidenz (2017)

Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. 2017, Article ID 2974962. doi.org/10.1155/2017/2974962

Kompression des vierten Ventrikels mit einer craniosacral osteopathischen Technik: Eine systematische Review der klinischen Evidenz (2017)

1Zurowska A, 2Malak R et al.

1Department of Physiotherapie, Wroclaw Medical University, Wroclaw, Poland

2Department of Rheumatology and Rehabilitation, Poznan University of Medical Sciences, Poznan, Poland

Ziel

Die Kompression des vierten Ventrikels (CV4) ist eine bekannte osteopathische Technik. Therapierende haben in ihrer Praxis die Erfahrung gemacht, dass ihre Anwendung eine Wirkung hat auf die Funktionen des Nervensystems. In unserer Studie analysierten wir publizierte RCT-Studien (randomisierte kontrollierte Studien), welche die klinische Wirkung der Technik CV4 untersuchten.

Methode

Wir machten eine computergesteuerte Suche über die Datenbanken PubMed, CINAHL Complete, Scopus, Web of Science und ScieneDirect (Filter: RCT, Menschen. Suche bis August 2017). Es wurden nur original englische Studien miteinbezogen. Die ausgewählten Untersuchungen wurden mit der Downs and Black Quality Checkliste auf ihre Qualität geprüft.

Ergebnis

Von 330 Studien erfüllten schlussendlich nur sieben Studien die Voraussetzungen für die qualitative Analyse. Sie untersuchen die physiologischen Effekte der craniosacralen Technik CV4. Es zeigte sich, dass CV4 nützlich sein kann für PatientInnen mit unterschiedlichen funktionellen Schwierigkeiten. Am häufigsten wurden Messungen gemacht zu verschiedenen physiologischen Parametern und der Funktion des Autonomen Nervensystems, Hirnkortexaktivität (v.a. in der Alpha Frequenzbandbreite) und Schmerz (visuelle Analog- Skala).

Weitere Ergebnisse:

- Eine Studie untersuchte den Einfluss von CV4 auf Einschlafschwierigkeit und zeigte verbessertes Einschlafen und eine Reduktion von MSNA (Muskel Sympathikus-Aktivität).

- Eine andere Studie zeigte schmerzlindernden Einfluss von CV4 auf PatientInnen mit Spannungskopfschmerzen.

- Im EEG zeigte die Anwendung der CV4-Technik einen signifikanten Einfluss auf die Hirnrindenaktivität bei gesunden Erwachsenen

- Im EEG bei Patienten mit Schmerzen im unteren Rücken modulierte CV4 signifikant die Spitze der Alphafrequenz und förderte körperliche Entspannung

- Von den drei Untersuchungen zum ANS zeigte nur eine signifikante Senkung des Blutdrucks und eine Senkung der Muskel Sympathikus-Aktivität

- Eine Studie berichtet vom Einfluss des CV4 auf die niedrig frequenten Oszillationen in der Blutfliessgeschwindigkeit. Nach der Anwendung war die Amplitude der Traube-Hering-Meyer-Oszillation (THMO) (Frequenz 0.10Hz) erhöht.

Diskussion

Diese systematische Review liefert auf der Basis der publizierten Studien eine aktuelle Übersicht über die Evidenz des klinischen Nutzens von CV4 bei gesunden Erwachsenen. Die methodische Qualität der Studien hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert. Moderate Qualität und ungenügend erhältliche Daten - vor allem in Hinblick auf die unterschiedlichen klinischen Probleme bei Patienten - verlangen nach mehr Forschung auf diesem Gebiet

Compression of the fourth ventricle using a Craniosacral Osteopathic Technique: a systematic review of the clinical evidence (2017)

Zurowska A, Malak R et al.

Wroclaw Medical University, Wroclaw, Poland

Poznan University of Medical Sciences, Poznan, Poland

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Craniosacral Therapie bei Autismus-Spektrum-Störungen: Nutzen aus Sicht der Eltern, KlientInnen und Therapierenden (2016)

Journal of Bodywork and Movement Therapies. 2017 Jan;21(1):19-29. doi: 10.1016/j.jbmt.2016.06.006. Epub 2016 Jun 17.

Craniosacral Therapie bei Autismus-Spektrum-Störungen: Nutzen aus Sicht der Eltern, KlientInnen und Therapierenden (2016)

1Kratz SV, Kerr J, Porter L

1 Spezielle Therapien, Waukesha, USA

Ziel

Ziel dieser Vorstudie war die Erforschung von: Nutzen von Craniosacral Therapie für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen, Demografie von Teilnehmenden und rückblickende Interpretation von Veränderungen durch die Therapie. Teilnehmende waren Therapierende, Eltern und KlientInnen.

Methode

Über elektronische soziale und professionelle Netzwerke wurden die Teilnehmenden angeworben. Den Fragebogen füllten sie online aus. Wir wollten untersuchen, wie gross der klinische Nutzen war und was die Gründe waren für die Behandlung.

Jede Gruppe erhielt einen spezifischen Fragebogen. Allen Teilnehmenden wurde eine Liste mit 20 Punkten unterbreitet. Damit wurde untersucht, welche Verhaltensänderungen sie auf die Intervention zurückführten. Ausserdem wurden sie eingeladen, offene Kommentare zu schreiben. Die gesammelten qualitativen Daten wurden mit Inductive Content Analysis ausgewertet.

Ergebnis

Von den Teilnehmenden waren 264 Therapierende und 124 Eltern. Nur wenige KlientInnen nahmen teil. Wir erfassten die Demografie der Craniosacral Therapierenden, ihr Ausbildungsgrad in CST und ihre Qualifikation für die Arbeit mit AutistInnen. Ebenso erfragten wir demografische Daten der Eltern und ihre Erfahrungen. Die nach CST berichteten Veränderungen wurden analysiert anhand der Likert Skala und aufgrund der offenen Kommentare.

Diskussion

Diese vorbereitende Studie präsentiert das Konzept der Craniosacral Therapie als Behandlungsmöglichkeit für Symptome bei Autismus-Spektrum-Störungen. Der klinische Nutzen von CST steht zwar seit über 30 Jahren zur Verfügung, aber es gibt nur wenige empirische Studien dazu. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen,

das CST im professionellen Bereich bereits als Behandlung empfohlen wird. Alle drei Gruppen beobachteten positive Reaktionen. Wir empfehlen deshalb weitere Untersuchungen darüber, wie CST bei ASD unterstützend wirkt.

The use of Craniosacral Therapy for autism spectrum disorders: benefits from the viewpoints of parents, clients, and therapists (2016)

Kratz SV*, Kerr J, Porter L

*Special Therpies, Waukesha, USA

Kratz 2016 Volltext englisch

Weitere interessante Studien Website Cranio Suisse

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